Xiaomi Smart Air Purifier 4 oder Levoit Core 400S: Welcher Luftreiniger passt?

Beide Luftreiniger arbeiten mit einem HEPA-Filter, beide melden die Luftqualität an eine App, beide holen laut Hersteller neunundneunzig Komma neun sieben Prozent der feinen Partikel aus der Luft. Der Xiaomi Smart Air Purifier 4 gibt seine Leistung mit vierhundert Kubikmetern pro Stunde an, der Levoit Core 400S mit vierhundertdreiunddreißig. Der Unterschied im Alltag liegt woanders.
Wer erst noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den Luftreinigern. Hier stehen die beiden Geräte mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Der Xiaomi Smart Air Purifier 4, wenn das Gerät klein und leicht bleiben sollvierhundert Kubikmeter pro Stunde für Partikel, hundertfünfzig für Formaldehyd, empfohlen für achtundvierzig Quadratmeter, Touch-Display und rund vier Komma acht Kilogramm
- Der Levoit Core 400S, wenn ein großer Raum in kurzer Zeit umgewälzt werden sollvierhundertdreiunddreißig Kubikmeter pro Stunde, ausgelegt bis neunzig Quadratmeter, dreischichtiger Filter mit Vorfilter und Aktivkohle, Schlafmodus und abschaltbare Beleuchtung
- Beide zeigen den Feinstaubwert an und lassen sich per App und Sprache steuern
Die zwei Kandidaten
Xiaomi Smart Air Purifier 4
400 m³/h, 48 Quadratmeter
Levoit Core 400S
433 m³/h, bis 90 Quadratmeter
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Xiaomi Smart Air Purifier 4 | Levoit Core 400S |
|---|---|---|
| Luftreinigungsrate für Partikel | 400 m³/h | 433 m³/h |
| Luftreinigungsrate für Formaldehyd | 150 m³/h | keine Angabe |
| Empfohlene Raumgröße | 48 m² | bis 90 m² |
| Abscheidegrad | 99,97 Prozent | 99,97 Prozent bei 0,1 bis 0,3 µm |
| Filteraufbau | HEPA | Vorfilter, HEPA und Aktivkohle |
| Feinstaubanzeige | Touch-Display | Lasersensor, Zahlenwert und Farbring |
| Automatikbetrieb | keine Angabe | ja, nach gemessenem Wert |
| Schlafmodus | keine Angabe | ja, Beleuchtung abschaltbar |
| Gebläsestufen | keine Angabe | 4 |
| Timer | keine Angabe | 1 bis 12 Stunden am Gerät, bis 24 in der App |
| App-Steuerung | ja | VeSync |
| Sprachsteuerung | ja | Alexa und Google Assistant |
| Anzeige der Filterlaufzeit | keine Angabe | in der App |
| Ozonfrei ausgewiesen | keine Angabe | ja |
| Tastensperre | keine Angabe | ja |
| Höhe | rund 55 cm | rund 52 cm |
| Standfläche | rund 25 x 25 cm | rund 27 x 27 cm |
| Gewicht laut Handel | rund 4,8 kg | keine Angabe |
| Modellbezeichnung | XM200057 | Core 400S |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Geräten. Xiaomi führt für dieses Modell nur wenige Merkmale auf, weshalb Angaben zu Stufen, Timer, Automatik und Schlafmodus offen bleiben; das heißt nicht, dass diese Funktionen fehlen, sondern dass sie nicht im Datenblatt stehen. Levoit macht keine Angabe zur Reinigungsleistung für Formaldehyd und zum Gewicht. Die Maße stammen aus den Handelsangaben und sind gerundet, sie beschreiben die Verpackung und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert. Die weiter unten gerechneten Werte zu Luftwechseln, Raumgröße und Filterstandzeit beruhen auf den genannten Zahlen und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum die Raumangabe von der Deckenhöhe abhängt
Die Rechnung mit dem Luftwechsel
Ein Raum von dreißig Quadratmetern bei zweieinhalb Metern Deckenhöhe fasst fünfundsiebzig Kubikmeter Luft. Bei vierhundertdreiunddreißig Kubikmetern pro Stunde wird diese Menge rechnerisch knapp sechsmal in der Stunde umgewälzt.
Für Allergiker gelten vier bis fünf Luftwechsel pro Stunde als sinnvoll, damit Pollen gar nicht erst liegen bleiben. Zwei Wechsel reichen für allgemeine Luftverbesserung.
Die Herstellerangabe von neunzig Quadratmetern entspricht dagegen etwa zwei Wechseln pro Stunde, die von achtundvierzig Quadratmetern bei Xiaomi rund dreieinhalb.
Praktisch heißt das: Die genannte Quadratmeterzahl ist die Obergrenze für den mildesten Zweck. Wer wegen Heuschnupfen kauft, rechnet mit der Hälfte der angegebenen Fläche.
Was der Aktivkohlefilter wirklich erledigt
Die Rechnung mit den zwei Aufgaben
Ein HEPA-Filter hält Partikel zurück: Pollen, Staub, Tierhaare, Aerosole. Gerüche und Ausdünstungen aus Möbeln bestehen dagegen aus einzelnen Molekülen, die durch jedes Fasergewebe hindurchgehen.
Dafür braucht es Aktivkohle, und deren Wirkung hängt an der verbauten Menge. Die separate Angabe von hundertfünfzig Kubikmetern pro Stunde für Formaldehyd zeigt, dass Xiaomi diesen Teil eigens misst.
Levoit nennt keine solche Zahl, führt Aktivkohle aber als eigene Schicht auf und nennt Gerüche und Zigarettenrauch ausdrücklich als Anwendungsfall.
Praktisch heißt das: Wer wegen Pollen und Staub kauft, achtet auf die Partikelleistung. Wer Küchen- oder Rauchgerüche loswerden will, achtet auf die Kohleschicht, und dort ist eine getrennte Angabe mehr wert als eine große Gesamtzahl.
Wie oft der Filter gewechselt werden muss
Die Rechnung mit der Standzeit
Hersteller nennen für HEPA-Filter meist sechs bis zwölf Monate. Diese Spanne gilt für Dauerbetrieb auf mittlerer Stufe in normaler Wohnraumluft.
Ein Vorfilter, der grobe Fusseln und Tierhaare abfängt, verlängert die Standzeit des teureren Hauptfilters deutlich, weil dieser dann nur noch feine Partikel aufnimmt.
Ein Gerät, das nur bei schlechter Luft anspringt, hält seinen Filter entsprechend länger frisch als eines, das rund um die Uhr auf voller Stufe läuft.
Praktisch heißt das: Wer den Automatikbetrieb nutzt und den Vorfilter alle paar Wochen absaugt, verschiebt den Filterwechsel spürbar nach hinten. Ein Hinweis zur Restlaufzeit in der App erspart dabei das Raten.
Wofür welches Gerät reicht
Wie sich das Xiaomi-Gerät im Einzelnen schlägt, steht im Test des Xiaomi Smart Air Purifier 4. Wer wegen Pollen kauft, findet die passende Auswahl bei den Luftreinigern für Allergiker, und bei zu trockener Raumluft lohnt der Blick auf die Luftbefeuchter.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für den Xiaomi spricht
- Eigene Leistungsangabe für Formaldehyd
- Kleinere Standfläche von rund 25 mal 25 Zentimetern
- Angegebene rund vier Komma acht Kilogramm
- Touch-Display am Gerät
- App- und Sprachsteuerung
Für den Levoit spricht
- Vierhundertdreiunddreißig Kubikmeter pro Stunde
- Ausgelegt für Räume bis neunzig Quadratmeter
- Vorfilter, HEPA und Aktivkohle als drei Schichten
- Lasersensor mit Zahlenwert und Farbring
- Schlafmodus, Timer und Tastensperre
Beide Geräte lösen dieselbe Aufgabe, und beide tun das gut genug, dass man den Unterschied in einem normalen Wohnzimmer nicht messen kann. Was sich unterscheidet, ist die Ausführlichkeit der Angaben: Levoit legt Filteraufbau, Stufen, Timer und Sensor offen, Xiaomi nennt dafür als einziges eine getrennte Leistung für Formaldehyd. Wer weiß, wogegen er filtern will, findet damit schnell das passende Gerät. Wer es nicht weiß, nimmt das größere und lässt es auf Automatik laufen.
Wenn keines von beiden passt
Häufige Fragen zu Luftreinigern
Hilft ein Luftreiniger bei Heuschnupfen wirklich?
Ja, sofern das Gerät groß genug für den Raum ist und dauerhaft läuft. Pollen sind vergleichsweise große Partikel und werden vom HEPA-Filter zuverlässig gehalten. Wichtig ist, die Fenster in der Pollenzeit geschlossen zu halten, sonst arbeitet das Gerät gegen den Nachschub an.Wo stelle ich den Luftreiniger am besten auf?
Frei im Raum, mit Abstand zur Wand und nicht hinter Möbeln oder Vorhängen. Die meisten Geräte ziehen die Luft rundum an und blasen sie nach oben aus. In einer Ecke oder unter einem Regal saugen sie ihre eigene gereinigte Luft wieder an.Ersetzt ein Luftreiniger das Lüften?
Nein. Er entfernt Partikel und Gerüche, aber kein Kohlendioxid. Das entsteht beim Atmen und sammelt sich in geschlossenen Räumen, spürbar als Müdigkeit. Auch mit Luftreiniger gehört mehrmals täglich ein Stoßlüften dazu.Sind Luftreiniger mit Ionisator besser?
Nicht unbedingt. Ionisatoren können Ozon erzeugen, das die Atemwege reizt. Geräte, die wie diese beiden rein mechanisch über Filter arbeiten und ausdrücklich als ozonfrei ausgewiesen sind, gelten als die sichere Wahl für Wohnräume.Wie laut ist ein Luftreiniger nachts?
Auf der niedrigsten Stufe liegt er in der Größenordnung eines leisen Ventilators, auf der höchsten deutlich darüber. Ein Schlafmodus senkt die Drehzahl und schaltet die Anzeige ab. Wer im Automatikbetrieb schläft, sollte prüfen, ob das Gerät nachts hochdreht, sobald die Werte steigen.Die Entscheidung in einem Satz
Levoit Core 400S Luftreiniger für Allergiker bis 90 Quadratmeter
Für offene Wohnbereiche und für Allergiker ist der Core 400S die passendere Wahl, weil vierhundertdreiunddreißig Kubikmeter pro Stunde in einem normalen Wohnzimmer für mehrere Luftwechsel reichen, der Vorfilter den teuren HEPA-Filter schont und Automatikbetrieb, Schlafmodus und Timer den Alltag ohne Eingriff regeln. Der Xiaomi Smart Air Purifier 4 lohnt sich, wenn wenig Platz zur Verfügung steht oder gezielt gegen Ausdünstungen aus neuen Möbeln gefiltert werden soll, denn dafür nennt er als einziger der beiden eine eigene Leistung von hundertfünfzig Kubikmetern pro Stunde. Die genannte Quadratmeterzahl sollte man in beiden Fällen halbieren, wenn es um Pollen geht.



