ALSAVO 7 kW Luft-Wärmepumpe im Test: bis 70 Grad Vorlauftemperatur

Die ALSAVO 7 kW Monoblock Luft-Wärmepumpe, Modell 07i9-BLACK, ist eine Monoblock-Wärmepumpe mit 7 Kilowatt Heizleistung und dem Kältemittel R290. Mit INVERBOOST-Technologie, Energieeffizienzklasse A+++ und einem verdeckt verschraubten Aluminiumgehäuse richtet sie sich an alle, die Warmwasser oder Heizwärme für Einfamilienhaus, Wohnung, Büro oder auch einen Pool erzeugen wollen.
Die aufschlussreichste Angabe ist dabei die maximale Wassertemperatur: 70 Grad Celsius. Das ist ein Wert, der bei Luftwärmepumpen keineswegs selbstverständlich ist, viele Geräte dieser Bauart erreichen deutlich niedrigere Vorlauftemperaturen. Er sagt viel darüber aus, für welche Heizsysteme sich die ALSAVO tatsächlich eignet.
Als Teil der ZEALUX-Unternehmensgruppe ist ALSAVO seit 2013 am Markt und hat sich auf Luftwärmepumpen mit R290-Kältemittel spezialisiert. Das Gehäuse mit verdeckten Schrauben und die INVERBOOST-Technologie sind Merkmale, die der Hersteller quer über seine Modellreihen hinweg einsetzt, von der hier vorgestellten 7-kW-Version bis zu deutlich leistungsstärkeren Ausführungen.
Die Daten im Überblick
| Modell | ALSAVO Heat 07i9-BLACK (7 kW Monoblock) |
|---|---|
| Heizleistung | 7 kW |
| Kältemittel | R290 |
| GWP / ODP | GWP = 3 / ODP = 0 |
| Energieeffizienzklasse | A+++ |
| Max. Wassertemperatur | 70°C |
Werte nach den Angaben von ALSAVO.
70 Grad Celsius: warum die Vorlauftemperatur bei Luftwärmepumpen so wichtig ist
Luftwärmepumpen entziehen der Außenluft Wärme und geben sie über ein Kältemittel an das Heizsystem ab. Je höher die dabei erreichbare Vorlauf- beziehungsweise Wassertemperatur, desto größer ist der Kreis der Heizsysteme, die sich damit betreiben lassen. Viele Luftwärmepumpen, besonders ältere oder auf maximale Effizienz optimierte Modelle, sind auf niedrigere Vorlauftemperaturen von deutlich unter 60 Grad ausgelegt, was sie für Fußbodenheizungen und gut gedämmte Neubauten geeignet macht, für klassische Heizkörper in Bestandsgebäuden aber an ihre Grenzen bringt.
Die ALSAVO 07i9-BLACK erreicht laut Hersteller bis zu 70 Grad Celsius Wassertemperatur. Praktisch bedeutet das, dass sie auch Heizkörpersysteme versorgen kann, die für den Betrieb mit niedrigeren Vorlauftemperaturen nicht ausgelegt oder nicht nachgerüstet sind, ein Vorteil vor allem für Bestandsgebäude, in denen eine vollständige Umstellung auf Flächenheizung nicht geplant ist oder nicht wirtschaftlich wäre. Auch für die Warmwasserbereitung, bei der aus hygienischen Gründen regelmäßig höhere Temperaturen zur Vermeidung von Legionellenbildung erreicht werden sollten, ist eine hohe maximale Wassertemperatur von Vorteil.
Wichtig für die Einordnung bleibt: Eine hohe maximale Wassertemperatur bedeutet nicht automatisch, dass die Wärmepumpe bei dieser Temperatur auch am effizientesten arbeitet. Grundsätzlich gilt bei Wärmepumpentechnik, dass die Effizienz mit steigender Zieltemperatur tendenziell sinkt, weil ein größerer Temperaturhub zwischen Außenluft und Zielwasser mehr Antriebsenergie erfordert. Die 70 Grad sind vor allem als Fähigkeit zu verstehen, bestimmte Anwendungsfälle überhaupt abdecken zu können, nicht als der Betriebspunkt, an dem die Anlage am wirtschaftlichsten läuft.
INVERBOOST-Technologie: stabile Leistung bei kälteren Außentemperaturen
Ein bekanntes Problem klassischer Luftwärmepumpen ist der Leistungsabfall bei sinkenden Außentemperaturen: Je kälter die Umgebungsluft, desto weniger Wärmeenergie steht der Anlage zur Verfügung und desto mehr Antriebsenergie wird benötigt, um dieselbe Heizleistung zu erzielen. Die INVERBOOST-Technologie soll laut Hersteller genau diesem Effekt entgegenwirken und die Leistung auch bei niedrigeren Außentemperaturen stabiler halten, als es bei einfacheren Kompressorsteuerungen der Fall wäre.
Für Regionen mit kalten Wintern ist das ein relevanter Faktor, weil gerade an den kältesten Tagen des Jahres die Heizlast am höchsten und gleichzeitig die verfügbare Wärmeenergie in der Außenluft am geringsten ist. Eine Wärmepumpe, die genau in diesen Situationen deutlich an Leistung verliert, kann an sehr kalten Tagen zum Engpass werden, während eine mit stabilerer Leistungskurve auch unter diesen Bedingungen zuverlässiger arbeitet.
R290 mit GWP 3: die Kältemittelwahl im Detail
Mit R290 als Kältemittel und einem Treibhauspotenzial (GWP) von nur 3 sowie einem Ozonabbaupotenzial (ODP) von 0 setzt die ALSAVO auf eine der umweltverträglicheren Optionen unter den aktuell verfügbaren Kältemitteln. Ältere, synthetische Kältemittel liegen beim GWP oft um mehrere Größenordnungen höher, was sie im Fall einer Leckage deutlich klimaschädlicher macht als das hier verwendete R290.
Die Bezeichnung Zero-Carbon-Kältemittel, die der Hersteller für R290 verwendet, bezieht sich auf diese geringe direkte Klimawirkung des Kältemittels selbst, nicht auf die gesamte Betriebsbilanz der Anlage, die zusätzlich vom Strommix und der tatsächlichen Effizienz im Betrieb abhängt. Für die reine Kältemittelfrage ist R290 aber unter den derzeit verfügbaren Optionen eine der klimafreundlicheren Entscheidungen.
Verdeckte Schrauben am Gehäuse: ein Detail mit praktischem Nutzen
Das Aluminiumgehäuse mit verdeckten Schrauben, wie es der Hersteller beschreibt, unterscheidet sich von einfacheren Gehäusekonstruktionen, bei denen Schraubköpfe offen an der Außenseite sitzen. Offen liegende Schrauben können bei einer im Freien montierten Anlage über Jahre hinweg zu Feuchtigkeitseintritt oder Korrosion an den Verbindungsstellen führen, besonders wenn die Beschichtung an den Schraubköpfen selbst beschädigt wird.
Für eine Anlage, die dauerhaft im Außenbereich installiert wird und Wind, Regen und Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, ist ein Gehäuse ohne offen liegende Verbindungsstellen ein Detail, das sich nicht sofort, aber über die Betriebsdauer der Wärmepumpe in Form von weniger Angriffsflächen für Witterungseinflüsse bemerkbar macht.
Einsatzbereiche: von der Heizung bis zum Pool
Der Hersteller nennt Einfamilienhäuser, Wohnungen, Büros und Pools als typische Einsatzbereiche für die 07i9-BLACK. Das breite Spektrum liegt vor allem an der Monoblock-Bauweise, bei der alle wesentlichen Komponenten in einer einzigen Außeneinheit untergebracht sind, was die Installation gegenüber Split-Wärmepumpen mit getrennten Innen- und Außeneinheiten vereinfacht und mehr Flexibilität beim Einsatzzweck erlaubt.
Für den Poolbetrieb ist vor allem die Fähigkeit relevant, auch bei niedrigeren Zieltemperaturen effizient zu arbeiten, da Poolwasser meist deutlich kühler temperiert wird als Heizungswasser für Wohnräume. Für die Raumheizung und Warmwasserbereitung in Wohngebäuden ist dagegen die maximale Wassertemperatur von 70 Grad der relevantere Wert, insbesondere bei Anbindung an bestehende Heizkörpersysteme.
Wo sie an Grenzen kommt
Dafür
- Bis zu 70°C Wassertemperatur, auch für klassische Heizkörper geeignet
- INVERBOOST-Technologie für stabilere Leistung bei kälteren Außentemperaturen
- R290-Kältemittel mit sehr niedrigem GWP von 3 und ODP von 0
- Energieeffizienzklasse A+++ laut Hersteller
- Monoblock-Bauweise vereinfacht die Installation gegenüber Split-Systemen
Dagegen
- ALSAVO hält sich mit Angaben zurück, viele Werte stehen nur im Datenblatt
- Gewicht und Außenmaße nennt ALSAVO nur im technischen Datenblatt
- Effizienz sinkt bei den höheren Vorlauftemperaturen erfahrungsgemäß gegenüber Flächenheizung
- Monoblock-Bauweise bedeutet wassergefüllte Leitungen im Außenbereich, die vor Frost geschützt werden müssen
- 7 kW ist die kleinere Leistungsstufe der Modellreihe, die bis 16 kW reicht
Wer die Anlage konkret plant, sollte vor dem Kauf zusätzlich das technische Datenblatt beim Hersteller oder Fachhändler anfordern, um Gewicht, Abmessungen und Schalldruckpegel für die Aufstellung und Anschlussplanung genau zu kennen. Diese Werte entscheiden mit darüber, ob der vorgesehene Stellplatz im Garten oder auf der Terrasse tatsächlich geeignet ist.
Auch die Leistungsstufe von 7 Kilowatt sollte gegen den tatsächlichen Heizbedarf abgeglichen werden. Für ein kleineres, gut gedämmtes Haus oder als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung kann sie ausreichen, für ein größeres, schlecht gedämmtes Gebäude ist die Modellreihe auch in deutlich leistungsstärkeren Varianten bis 16 Kilowatt verfügbar.
Passt sie in dein Zuhause?
Ja, wenn
- bestehende Heizkörper ohne Umstellung auf Flächenheizung weiterbetrieben werden sollen
- eine hohe Vorlauftemperatur für Warmwasser oder Heizkörper benötigt wird
- ein Standort mit möglichst einfacher Monoblock-Installation gesucht wird
- ein umweltverträgliches Kältemittel bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt
Nein, wenn
- maximale Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen mit Flächenheizung im Vordergrund steht
- alle Installationsmaße schon vor dem Kauf ohne Datenblatt vorliegen sollen
- ein größeres, schlecht gedämmtes Gebäude allein mit 7 kW beheizt werden soll
- kein frostsicherer Installationsort für wasserführende Außenleitungen vorhanden ist
Wer eine Luftwärmepumpe als Ersatz oder Ergänzung zur bestehenden Heizung plant, sollte die benötigte Vorlauftemperatur des eigenen Heizsystems vorab klären, denn davon hängt ab, ob ein Modell mit hoher maximaler Wassertemperatur wie dieses überhaupt nötig ist. Einen Überblick getesteter Luftwärmepumpen für unterschiedliche Leistungsklassen gibt es für alle, die noch nach der passenden Anlage suchen.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Wenn mehr Leistung gefragt ist: SMETA Monoblock 16 kW
Mit 16 Kilowatt Heizleistung und einem integrierten 3-in-1-Konzept deckt diese Wärmepumpe deutlich größere Gebäude oder höheren Warmwasserbedarf ab, als es die 7-kW-Version der ALSAVO leisten kann. Für alle, die ein größeres Einfamilienhaus oder ein Gebäude mit hohem Wärmebedarf versorgen wollen, ist die zusätzliche Leistung der entscheidende Unterschied.
R290 als Kältemittel bleibt auch bei dieser leistungsstärkeren Anlage erhalten, ergänzt um die 3-in-1-Funktionalität, die mehrere Anwendungsbereiche wie Heizung, Kühlung und Warmwasser in einem System zusammenführt.
Wer ein größeres Objekt mit entsprechend höherem Wärmebedarf plant, sollte die Leistungsauslegung eher zu großzügig als zu knapp wählen, eine unterdimensionierte Wärmepumpe muss an kalten Tagen dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze arbeiten.
Wenn ein Kombigerät mit Tank gesucht wird: Wärmepumpe Vertikale 200 L
Diese Variante kombiniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe direkt mit einem 200-Liter-Warmwassertank in einem Gerät. Für alle, die vor allem die Warmwasserbereitung im Blick haben und dafür keine separate Tankinstallation planen wollen, ist das Kombigerät eine platzsparende Alternative zur reinen Heizwärmepumpe.
Auch hier kommt R290 als Kältemittel zum Einsatz, die vertikale Bauform mit integriertem Tank spart gegenüber getrennten Komponenten Aufstellfläche im Technikraum.
Wer in erster Linie Warmwasser statt Raumheizung erzeugen will, etwa für einen Haushalt ohne Anbindung an eine zentrale Heizungsanlage, ist mit dem Kombigerät oft besser bedient als mit einer reinen Heizwärmepumpe, die zusätzlich einen separaten Speicher benötigen würde.
Wenn eine andere Kältemitteltechnik infrage kommt: ALSAVO R32 12 kW
Aus derselben Herstellerfamilie, aber mit R32 statt R290 als Kältemittel und dreiphasigem statt einphasigem Anschluss, deckt diese Variante mit 12 Kilowatt eine höhere Leistungsstufe ab. Für alle, die eine dreiphasige Stromversorgung bereits vorhanden haben oder eine höhere Leistung als 7 Kilowatt benötigen, ist sie eine Alternative innerhalb der ALSAVO-Produktfamilie.
Der Doppelventilator dieser Variante unterscheidet sich von der Einzelventilator-Bauweise der 07i9-BLACK und ist auf die höhere Leistungsstufe abgestimmt.
Wer bereits einen Dreiphasenanschluss für die Wärmepumpe eingeplant hat oder eine höhere Leistung benötigt, sollte diese Variante gegenüber der einphasigen 7-kW-Version genauer vergleichen, insbesondere hinsichtlich der unterschiedlichen Kältemitteleigenschaften von R32 gegenüber R290.
